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ich bin

ein blatt im wind
ein kiesel der über wasser tanzt
ein stern in der nacht
ein träumer
gewinner
verlierer
sucher

ich bin
das messer im rücken des anderen
die scherbe eines zerbrochenen traums
ein lied
ein sänger
ein ton
still

ich bin das haar in der suppe
der finger in der wunde
der dreck unter deinem teppich

ich bin ein schmetterling
der hauch des sommers
ein warmer wind
ein regentropfen

ich bin
anders als du denkst

Lago di Garda

Der erste Augenblick Nach 21 Jahren ist der erste Blick auf den Gardasee aus dem Norden kommend noch genauso faszinierend wie damals. Der kleine Parkplatz etwas erhöht liegend ist noch immer da und lädt ein, den ersten Moment tief einzuatmen.

Die Anstrengung der langen Fahrt ist wie weg gepustet. Man möchte einfach eintauchen. Eintauchen in die Kühle und das Blau.
In den Städten um das Seeufer pulst im Hochsommer der Tourismus. Keine Ecke, die nicht mit genutzt würde und mit Tischen und Stühlen und emsigen Kellnern oder zumindest kleinen Läden mit allerlei Schönem, Nützlichen und Firlefanz.
Stille ist kaum zu finden, aber dafür Lachen, Leben, Fröhlichkeit.

Sirmione
Trost der vielen Menschen wirken die Städtchen nicht überfüllt und verstopft. Und auch die unzähligen Nippesläden mit kitschigen Andenken und unnützen grellbunten Badeutensilien nehmen den Orten nichts von ihrem Reiz.

Überall gibt es wunderschöne alte Häuser und Villen, reichlich mit Blumen geschmückt und Plätze, die verzaubern. In den Vormittagsstunden ist es noch ruhig, man hört mehr Italiener als Niederländer und Deutsche und findet auch schnell einen Parkplatz. Am Nachmittag fühlen sich die Strände explosionsartig und abends ist es bisweilen schwierig, in einem Restaurant einen Platz zu ergattern.

Ruhe findet man nördlich des Sees. Eingekuschelt in die Berge liegt der „Lago di Tenno“ im Hinterland von Riva. Das Wasser funkelt wie ein Smaragd. Ein wenig versteckt und nicht so gut zugänglich, ist der Ort weithehend frei von Tourismus.
Hier gelingt es noch in eine Oase der Ruhe einzutauchen.

Weitere Fotos auf www.mague.de

Vom Suchen und Finden

Das Land der Sehnsucht
hast du suchend durchquert.
Bist wieder und wieder in
sternklaren Nächten,
gestolpert, gerannt,
verzweifelt.

Erst als du deinen ganzen Mut
in ein Bündel packtest
und bereit warst,
dir selbst
den Rücken zu zukehren,
blieben die Grenzen hinter dir.

Mit den ersten Sonnenstrahlen
ließ sich ein seidig beflügelter Falter
auf deiner Schulter nieder
und führte dich
ins Finden.

mague 2009

Freiheit

„Wahrhaft frei werdet ihr nicht dann sein,
wenn eure Tage ohne eine Sorge und
eure Nächte ohne ein Bedürfnis oder
einen Kummer sind,
Sonders vielmehr wenn diese Dinge euer Leben
umfassen und ihr euch dennoch nackt und ungebunden
über sie erhebt.“

Khalil Gibran, „Der Prophet“