Schlagwort-Archive: Kraft

Anam Cara

Irrend und strauchelnd
über Felder aus Eis.
Frostklare Nacht.
Schneidet Kälte in zitternden Körper.
Sterne funkeln auf samtblauem Tuch.
Glitzernd eine Decke aus Schnee
ein Mantel aus Hoffnung.

Müde und kraftlos
auf steinigem Acker.
Winziges Samenkorn.
Getrieben von Stürmen in endlose Weiten.
Zartes umfängt Grün den müden Körper.
Hunger nach Leben webt
einen Mantel aus Hoffnung.

Träumend und bangend
am Meer der Zeiten.
Flirrende Hitze.
Mittagssone brennt Zeichen in die Seele.
Sanft umspülen Wellen den müden Körper.
Durst nach Leben
und ein Herz voller Hoffnung.

Heute vor mir ein Korb
süss reifer Früchte,
dunkler roter Wein,
ein Feld goldenen Weizens.
Ein Herz voller Leben
und du
im späten Sommerwind.

mague 2010

httpv://www.youtube.com/watch?v=dNm_sAZ27pU&feature=related

Nähe – Distanz

Wenn wir dem Himmel ganz nah wären, so würde der Glanz eines einzelnen Sterns uns blenden. Wir könnten nichts mehr sehen.
Nur weil wir genügend weit entfernt sind, erkennen wir die unbeschreibliche Schönheit und Tiefe des Kosmos.

Wenn man zu nah ist, verliert man den Blick für das Ganze.
Man kann nur noch einen winzigen Ausschnitt wahrnehmen und dieser verliert seinen Kontext.

Man betrachtet den minimlaen Ausschnitt. Zunächst verwundert, verständnislos, verstört. Vielleicht wendet man sich irgendwann ganz ab.

Vielleicht hat man aber auch das Glück, dass man durch irgendein unvorhergesehenes Ereignis genügend Distanz bekommt.
Distanz, die es ermöglicht, Zusammenhänge und Muster zu erkennen. Distanz, die ein tieferes Verständnis erweckt, als der reine Verstand es ermöglicht.

Als du nah warst, warst du fern. In der Ferne bist du mir nah.

mague 2009

Lago di Garda

Der erste Augenblick Nach 21 Jahren ist der erste Blick auf den Gardasee aus dem Norden kommend noch genauso faszinierend wie damals. Der kleine Parkplatz etwas erhöht liegend ist noch immer da und lädt ein, den ersten Moment tief einzuatmen.

Die Anstrengung der langen Fahrt ist wie weg gepustet. Man möchte einfach eintauchen. Eintauchen in die Kühle und das Blau.
In den Städten um das Seeufer pulst im Hochsommer der Tourismus. Keine Ecke, die nicht mit genutzt würde und mit Tischen und Stühlen und emsigen Kellnern oder zumindest kleinen Läden mit allerlei Schönem, Nützlichen und Firlefanz.
Stille ist kaum zu finden, aber dafür Lachen, Leben, Fröhlichkeit.

Sirmione
Trost der vielen Menschen wirken die Städtchen nicht überfüllt und verstopft. Und auch die unzähligen Nippesläden mit kitschigen Andenken und unnützen grellbunten Badeutensilien nehmen den Orten nichts von ihrem Reiz.

Überall gibt es wunderschöne alte Häuser und Villen, reichlich mit Blumen geschmückt und Plätze, die verzaubern. In den Vormittagsstunden ist es noch ruhig, man hört mehr Italiener als Niederländer und Deutsche und findet auch schnell einen Parkplatz. Am Nachmittag fühlen sich die Strände explosionsartig und abends ist es bisweilen schwierig, in einem Restaurant einen Platz zu ergattern.

Ruhe findet man nördlich des Sees. Eingekuschelt in die Berge liegt der „Lago di Tenno“ im Hinterland von Riva. Das Wasser funkelt wie ein Smaragd. Ein wenig versteckt und nicht so gut zugänglich, ist der Ort weithehend frei von Tourismus.
Hier gelingt es noch in eine Oase der Ruhe einzutauchen.

Weitere Fotos auf www.mague.de

In aller Früh durch den Wald

Erwachender Morgen. Zart färbt sich der Horizont, schmal die Mond-Sichel am Himmel. Die Sterne funkeln noch. Man müsste jeden einzelnen von ihnen beim Namen kennen.

Schritte durch den dunklen Wald. Mal langsam, mal schnell. Ein Weg der Lethargie des Borreliose-Schubes zu entfliehen? Laufen – nicht davon laufen, sondern hinein laufen in den Schmerz in den Gelenken und Muskeln und das Gefühl, in die Leere und Energielosigkeit.

Die Welt schemenhaft erkennbar. Nichts lenkt ab, vom eigenen, inneren Pulsieren. Die Luft klar, rein, durchströmt den Körper. Die Bäume wiegen sich im Wind, die Blätter rauschen sanft im kühlen Wind. Nur von Ferne ab und an ein Auto.

Kraft liegt in diesen Momenten, Kraft, die sich überträgt.
Dankbarkeit breitet sich aus.

Am Beuel
Der Waldweg an einem sonnigen Nachmittag in der vergangenen Woche.