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Ein neues Jahr

In einem Meer aus Hoffnungen segle ich dem neuen Jahr entgegen.

Die Wellen sind aus Träumen gemacht.
Sie tragen mich, so lange ich ihnen vertraue.

Nicht immer gelingt mir das und dann zieht ein Sturm auf, der die Wellen peitscht so dass sie sich aufbäumen.
Dann reißt die Angst an mir. Den nächsten Hafen nicht zu erreichen, in die Tiefe gerissen zu werden.

Doch wenn der Sturm sich legt, sehe ich sie wieder.
Die glitzernden Wellen der Träume, die mich nach Hause tragen.

Sicher und geborgen bin ich ein Teil von ihnen.

Wintermüde

Schneebeplankte Winterwiesen stieren müde vor sich hin. An einem alten Baum lehnt ein arbeitsloser Schlitten. Tropfen eilen von Dächern herab. Eiszapfen, zerfließend vor Selbstmitleid, schließen sich ihnen an und stürzen sich in die Tiefe. Spuren im Schnee verwischen sich selbst zur Unkenntlichkeit.
Schwarz glänzender Asphalt auf kleinen Dorfstraßen lugt befreit unter grauem Matsch hervor.
Zaunpfähle lüpfen ehrfürchtig die weißen Hütchen. Ein Raunen liegt in der Luft:

„Der Frühling naht!“

Schnee

Die Welt trägt jetzt ihr Leichentuch. Winterweiß. Vergangen das Jahr. Abschiedszeit.
Zeit der Stille, der Einkehr. Zu betrauern was abgestorben und von uns gegangen.
Aber auch zu feiern, was neu wurde und wuchs in diesem Jahr.

Die Welt trägt jetzt ihr Leichentuch. Winterweiß.
Und während wir noch Abschied nehmen,
gebiert sie ein neues Jahr.

mague 2009