Schlagwort-Archive: Sehnsucht

Haltlos

Durch die unendlichen Weiten
der ewigen Finsternis gleitend
auf der Suche nach Heimat.

In jedem Stern ein
warmes Licht entdeckend
und voller Sehnsucht nach ihm greifend.

Von sternglänzender Kälte erfasst
Seelensplitter in Eisperlen verwandelt.

Durch die unendlichen Weiten
der ewigen Finsternis gleitend.
Haltlos.

mague 2010

Vom Suchen und Finden

Das Land der Sehnsucht
hast du suchend durchquert.
Bist wieder und wieder in
sternklaren Nächten,
gestolpert, gerannt,
verzweifelt.

Erst als du deinen ganzen Mut
in ein Bündel packtest
und bereit warst,
dir selbst
den Rücken zu zukehren,
blieben die Grenzen hinter dir.

Mit den ersten Sonnenstrahlen
ließ sich ein seidig beflügelter Falter
auf deiner Schulter nieder
und führte dich
ins Finden.

mague 2009

Abschied oder alles hat seine Zeit

In diesen grauen,
kalten Wintertagen
habe ich meiner Sehnsucht die Flügel gestutzt
und sie ins Exil geschickt.

Der Schnabel war ihr schon zugefroren
und von ihren traumblauen nächtlichen Ausflügen
brachte sie mir Truhen voller Eissplitter mit,
die gnadenlos in meine Seele drangen.

Nun mag sie da sitzen
und hadern mit der Ungerechtigkeit.
Sich zornig ein paar Federn ausrupfen
und sich in Geduld üben.

Erst wenn die ersten sonnengelben Bänder
den frostigen Boden sanft umarmen
und ihre Flügel nachgewachsen sind
darf sie zurückkehren.

Hände

Ich nehme deine Hand
halte sie fest

sie mag mich führen
wenn ich ziellos umher irre
mich selbst verloren habe

mich befreien
wenn ich mich verstricke
in nimmermüden Selbstzweifeln

mich schütteln
wenn ich zusammen sinke
resigniert und hoffnungslos

mich mitreissen
wenn ich das Lachen und die Fröhlichkeit
vergessen habe

doch reichst du mir deine Hand
so nimm auch meine
halte sie fest

sie mag dich halten
wenn du schwach und müde
Trost und Geborgenheit suchst

dir den Weg weisen
wenn du das Ziel
aus den Augen verlierst

das Licht löschen
wenn du dich nach
Dunkelheit sehnst

dich spürem lassem
es gibt einen Menschen
der ist dir nah

mague 1998

Sehnsucht

Rosenduft verströmt dein heisser Atem

Silbergesicht lächelt
in samtblauer Nacht

und Rosenduft verströmt
dein heisser Atem.

Deiner kundigen Hände Wellen
umströmen meinen durstigen Leib

und Flammen züngeln
deine Lippen auf meine Haut.

So wühle ich mich
durch kalte Kissen
in sternenklarer Nacht.

mague 2008